Einladung zur nächsten Sitzung, 16.11.2016

Die nächste Sitzung der IG LektorInnen und WissensarbeiterInnen findet am Mittwoch, 16. November 2016 um 18 Uhr statt.

Ort: Institut für Kultur- und Sozialanthropologie
NIG, 4. Stock, Sitzungszimmer
Universitätsstraße 7, 1010 Wien

14/11/2016 at 08:38 Hinterlasse einen Kommentar

Massenhaft Fehler in Zitationsindizes

IG LektorInnen-Mitglied Terje Tüür-Fröhlich hat sich in ihrer Dissertation intensiv mit den berüchtigten Zitationsindizes auseinandergesetzt und belegt darin deren systematische Fehleranfälligkeit. Spätestens nach Lektüre dieser Arbeit bzw. zumindest der Zusammenfassung sollte auch den zahlengläubigsten WissenschaftspolitikerInnen und UniversitätsmanagerInnen klar sein, dass Zitationsindizes keine Basis von Entscheidungen sein dürfen.

Tüür-Fröhlich, Terje: The Non-trivial Effects of Trivial Errors in Scientific Communication and Evaluation. (Schriften zur Informationswissenschaft; 69). Glückstadt: Verlag Werner Hülsbusch, 2016. ISBN 978-3-86488-104-6, Verlags-Info: http://www.vwh-verlag.de/vwh/?p=1088

Kurztext:

„Thomson Reuters’ citation indexes i.e. SCI, SSCI and AHCI are said to be ‚authoritative‘. Due to the huge influence of these databases on global academic evaluation of productivity and impact, Terje Tüür-Fröhlich decided to conduct case studies on the data quality of Social Sciences Citation Index (SSCI) records.

Tüür-Fröhlich investigated articles from social science and law. The main findings: SSCI records contain tremendous amounts of ‚trivial errors‘, not only misspellings and typos as previously mentioned in bibliometrics and scientometrics literature. But Tüür-Fröhlich’s research documented fatal errors which have not been mentioned in the scientometrics literature yet at all. Tüür-Fröhlich found more than 80 fatal mutations and mutilations of Pierre Bourdieu (e.g. ‚Atkinson‘ or ‚Pierre, B. and ‚Pierri, B.‘). SSCI even generated zombie references (phantom authors and works) by data fields’ confusion — a deadly sin for a database producer — as fragments of Patent Laws were indexed as fictional author surnames/initials. Additionally, horrific OCR-errors (e.g. ’nuxure‘ instead of ‚Nature‘ as journal title) were identified.

Tüür-Fröhlich’s extensive quantitative case study of an article of the Harvard Law Review resulted in a devastating finding: only 1% of all correct references from the original article were indexed by SSCI without any mistake or error. Many scientific communication experts and database providers‘ believe that errors in databanks are of less importance: There are many errors, yes — but they would counterbalance each other, errors would not result in citation losses and would not bear any effect on retrieval and evaluation outcomes. Terje Tüür-Fröhlich claims the contrary: errors and inconsistencies are not evenly distributed but linked with languages biases and publication cultures.“

13/10/2016 at 07:33 Hinterlasse einen Kommentar

Katja Kullmanns Überlegungen zur Prekarität

Für die aktuelle Ausgabe von Kritisch-Lesen.de hat Katja Kullmann eine lesenswerte Rezension von Didier Eribons Buch „Rückkehr nach Reims“ verfasst, die interessante Überlegungen zu den verschiedenen Ausprägungen von Prekarität enthält; die Nähe vom journalistischen zum wissenschaftlichen Prekariat liegt auf der Hand. Die abschließenden Passagen daraus lauten:

Eine spezifische heutige Dialektik wird bei Eribon indes kaum erwähnt – aber sie könnte der Anknüpfungspunkt sein, von dem aus linke Kräfte weiterdenken sollten. Die Dialektik besteht darin, dass viele derjenigen, die heute reich an Bildung und Benehmen sind, ökonomisch oft so schlecht dastehen wie ihre proletarischen Zeitgenoss_innen. Die Stichworte lauten etwa „Selbstausbeutung“,, „Honorardumping“, „Kreativwirtschaft“ und „Wissenschafts-Misere“. Ein Hilfsarbeiter, der keinen anerkannten Schulabschluss hat, aber eine Festanstellung in einem Warenlager, erzielt mitunter ein höheres Jahreseinkommen und ist auch in Sachen Rente und Gesundheit vielleicht besser abgesichert als ein „freelancender“, „aufstockender“ oder sonst wie wechselhaft beschäftigter freier Journalist mit Doktortitel, der sich von 80-Euro-Auftrag zu 80-Euro-Auftrag hangelt. Beide mögen letztlich gleich viel (oder gleich wenig) Geld zur Verfügung haben. Was sie unterscheidet: Der eine hat Möglichkeiten, über den anderen zu schreiben – sich quasi über ihn zu erheben. Und er kann sich seine eigene Existenz schön reden und etwaige eigene Kränkungen in ästhetische Formen gießen, in ein Buch oder wenigstens ein »geliktes« Instagram-Tagebuch: (…)

Eindringlicher als Eribon hat es lange schon niemand mehr aufgezeigt: Die Verteilungskämpfe der Gegenwart und nahen Zukunft werden sich verstärkt auf dem Bourdieuschen „weichen“ Kapitalmarkt abspielen. Bildung, in jedweder Hinsicht, ist das entscheidende Instrument für Selbstermächtigung.

Wenn man an diesem Punkt weiterdenkt, wird klar, dass den aufgestiegenen Bildungsgewinner_innen eine Schlüsselposition zukommt. Um etwa Kampfschriften zu formulieren, Kongresse oder Demonstrationen zu organisieren, eine mobilisierte Öffentlichkeit herzustellen, muss man sich ausdrücken können und wissen, wie Aufmerksamkeit funktioniert. Die aufgestiegenen Besserwisser verfügen über die Mittel, die nötig sind, um den einstweilen „Abgehängten“ mehr Gehör und Einfluss zu verschaffen. Um den Kontakt, den Austausch, zwischen beiden zu verbessern, sollten die Bildungsgewinner vielleicht ihre Sprache ändern, ihr Vokabular updaten. Ein durchlässiges, demokratisches, vermittelndes Sprechen ist jetzt gefragt. Eine Hybridsprache vielleicht, die sich irgendwo zwischen dem hochtrabenden Theorie-Ton der Universitäten und Leitartikel und dem bodennahen Bushaltestellenduktus bewegt.

Schauen wir noch einmal zum ungelernten Lagerarbeiter und zum freien Journalisten mit Doktortitel: Beide haben viel mehr gemeinsam, als es auf den ersten Blick erscheint. So, wie die physische Kraft des Lagerarbeiters auf dem Arbeitsmarkt nur noch wenig zählt, so kann auch ein akademischer Grad längst gnadenlos entwertet sein. In beiden Fällen wird das Geld am Ende des Monats knapp. Dennoch ist der Journalist – nach Bourdieu gerechnet, von Eribon nacherlebt – der Reichere, der Stärkere von beiden. Wenn er sich dazu durchringen könnte, seiner eigenen fortschreitenden Prekarisierung und Marginalisierung ins Auge zu blicken, würden ihm vielleicht neue Wege einfallen, wie er doch noch mit dem Kollegen im Warenlager ins Gespräch kommt. Um gemeinsam die Schlagkraft zu erhöhen, ganz einfach.

04/10/2016 at 14:00 Hinterlasse einen Kommentar

Einladung zur nächsten Sitzung, 3.10.2016

Die nächste Sitzung der IG LektorInnen und WissensarbeiterInnen findet am Montag, 3. Oktober 2016 um 18 Uhr statt.

Ort: Institut für Kultur- und Sozialanthropologie
NIG, 4. Stock, Sitzungszimmer
Universitätsstraße 7, 1010 Wien

 

27/09/2016 at 14:29 Hinterlasse einen Kommentar

Einladung zur nächsten Sitzung, 12.9.2016

Die nächste Sitzung der IG LektorInnen und WissensarbeiterInnen findet am Montag, 12. September 2016 um 18 Uhr statt.

Ort: Institut für Kultur- und Sozialanthropologie
NIG, 4. Stock, Sitzungszimmer
Universitätsstraße 7, 1010 Wien

23/08/2016 at 11:47 Hinterlasse einen Kommentar

Einladung zum Sommerheurigen, Zawodsky, 17.8.2016

Liebe Vereinsmitglieder, liebe Kolleginnen und Kollegen,

auch heuer gibt es wieder sommerliches Beisammensein, deshalb laden wir herzlich ein:

IG-SOMMER-HEURIGER
am Mittwoch, den 17.08.2016
ab 18.00 Uhr
im Weingut Zawodsky
1190, Reinischgasse 3
http://www.zawodsky.at/

Anfahrt: S45 bis Oberdöbling und/oder Tram 38 bis Paradisgasse
danach etwa 10 Minuten zu Fuß bis zum Weingut.
Siehe: http://www.zawodsky.at/map.gif

03/08/2016 at 07:40 Hinterlasse einen Kommentar

IG bei Kritischen Literaturtagen, Wien 10.-12.6.2016

KriLit

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

auch dieses Jahr ist die IG LektorInnen und WissensarbeiterInnen wieder mit einem Stand auf den Kritischen Literaturtagen in der Brunnenpassage in Wien-Ottakring vertreten. Wir freuen uns darauf, Euch dort anzutreffen und unsere Publikationen zu präsentieren!

Öffnungszeiten der KriLit 2016:

Freitag, 10. Juni: 14.00 bis 20.00 Uhr
Samstag, 11. Juni: 12.00 bis 20.00 Uhr
Sonntag, 12. Juni: 12.00 bis 17.00 Uhr

Veranstaltungsort:
KunstSozialRaum Brunnenpassage
Brunnengasse 71/Yppenplatz, 1160 Wien
(U6 Josefstädterstraße)

Programm und weitere Informationen: http://www.krilit.at

06/06/2016 at 14:22 Hinterlasse einen Kommentar

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