Einladung zur nächsten Sitzung, 18.1.2017

Die nächste Sitzung der IG LektorInnen und WissensarbeiterInnen findet am Mittwoch, 18. Jänner 2017 um 18 Uhr statt.

Ort: Institut für Kultur- und Sozialanthropologie
NIG, 4. Stock, Sitzungszimmer
Universitätsstraße 7, 1010 Wien

04/01/2017 at 16:37 Hinterlasse einen Kommentar

Demokratie im (globalen) Betrieb – Tagung in Klagenfurt mit Teilnahme der IG LektorInnen

9./10.12.2016 findet an der Universität Klagenfurt eine Tagung zum Thema Demokratie im (globalen) Betrieb. Wie können Gesellschaften demokratisch sein, wenn ihre Betriebe hierarchisch sind? U.a. zur Selbstverwaltung der Universitäten statt, in derem Rahmen die IG-LektorInnen-Vorstandsmitglieder Christian Cargnelli und Maria Dabringer an zwei Podiumsdiskussionen teilnehmen.

„Demokratie im (globalen) Betrieb. Wie können Gesellschaften demokratisch sein, wenn ihre Betriebe hierarchisch sind? U.a. zur Selbstverwaltung der Universitäten“

Tagung, 09. & 10. Dezember 2016
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Z.-109
Universitätsstraße 65-67

Wie können Gesellschaften demokratisch sein, wenn ihre Betriebe nicht demokratisch organisiert sind? Die alltäglichen Erfahrungen von Menschen in Betrieben und Institutionen wie Schulen, Universitäten, Behörden, Ministerien, Krankenhäusern und anderen Einrichtungen sind geprägt von hierarchischen Strukturen, Beziehungsökonomien, der Dominanz von Netzwerken, Standespolitiken und Befehlsketten. Alltäglich leben und erfahren Menschen in Betrieben und Institutionen keine formellen demokratischen Strukturen und kaum egalitäre Beziehungen in Gruppen, Arbeitsabläufen und Organisationsformen. Wenn es aber im Alltag kaum Möglichkeiten gibt, demokratische Beziehungen zu leben, zu erfahren und zu üben, wie sollen sich dann demokratische Strukturen, in denen es darum geht, zu regieren und regiert zu werden, festigen? Wie sollen über punktförmige Praktiken der Wahl, demokratische Beziehungen emotional, kognitiv und ideologisch für Menschen dauerhaft werden, wenn diese im Alltag in den Betrieben nicht gelebt werden?

Die geschwächte Selbstverwaltung der Universitäten stellt ein zu diskutierendes Beispiel für das Dilemma zwischen gewissen formellen wahldemokratischen Elementen einerseits und mangelhaften demokratischen und egalitären Beziehungen im Alltag und der Dominanz von Beziehungsökonomien und Standespolitiken andererseits dar. Darüber können besonders weniger einflussreiche Gruppen wie Lektor*innen, freie Dienstnehmer*innen, Studierende, allgemeines Personal und Nachwuchswissenschafteri*nnen berichten.

Zu diskutieren gilt es weiters, wie alternative alltägliche und formell abgesicherte demokratische Beziehungen beispielsweise in Form von Losprozessen aussehen könnten, um egalitäre Verhältnisse und soziale Mobilität in Betrieben zu fördern. Wie öffnen sich selbstverwaltete Betriebe beispielsweise solidarischer Ökonomien gegenüber gesellschaftlichen Ansprüchen? Wie organisieren sich selbstverwaltete Betriebe in den Ländern des globalen Südens und wie gehen sie mit Hierarchien um? Wie verhindern selbstverwaltete Betriebe, dass sie sich als Nabel der Welt betrachten, und in der Verteidigung der eigenen institutionellen Ansprüche den Kontakt zur Außenwelt verlieren? Sind Hierarchien, die zu Konkurrenz, hohem psychosozialem Stress, der Verringerung des sozialen Zusammenhalts, höherer Morbidität und Mortalität und zur Konzentration auf den Aufstieg in internen Strukturen führen anstatt auf Produktivität und Kommunikation zu achten, tatsächlich rational und funktional? Müssen sich arbeitsteilige Prozesse stets hierarchisch organisieren? Oder entsprechen Hierarchien einer „libido domandi“, deren Zerstörungskraft durch die Praktiken des „Teile und Herrsche!“ und der Erzeugung von unübersichtlich vielen Personalkategorien und deren Standespolitiken, das alltägliche Erfahren von demokratischen und egalitären Beziehungen massiv erschwert?

Im Rahmen dieser Tagung finden zwei Diskussionen statt:

„Wie demokratisch ist die Selbstverwaltung der Universitäten? Diskussion“
Freitag, 09.12.16, 18:00, Z.-109
Wenn wir für die demokratische Selbstverwaltung der Universitäten etwa folgende vier Kriterien ansetzen, nämlich den freien Hochschulzugang, die demokratische Selbstverwaltung, die demokratische Lehre und Forschung und die demokratische Rotation von AkteurInnen zwischen Gesellschaft und Wissenschaft, dann wollen wir in dieser Diskussion auf die demokratische Selbstverwaltung innerhalb der Universitäten fokussieren. Spätestens seit der Einführung des Universitätsgesetzes 2002 repräsentieren die VertreterInnen in den Entscheidungsgremien nicht mehr zahlenmäßig ihre Statusgruppe. Die kleinste Gruppe der ProfessorInnen verfügt über die meisten Stimmen in den Entscheidungsgremien. Durch den Universitätsrat und die Rektorate werden die Entscheidungsgremien zusätzlich geschwächt. Diese Problematik der mangelnden Mitbestimmung wollen wir besonders aus der Sicht „niedrigerer Statusgruppen“ wie Lektor*innen, Studierender diskutieren.

Es diskutieren Christian Cargnelli, Maria Dabringer (Obleute der IG LektorInnen und WissensarbeiterInnen), Guido Offermanns (der Betriebsrat des wissenschaftlichen Personals der AAU), Stefan Rabitsch und Margaret Holt (Lektori*nnen der AAU), Vetreter*innen der ÖH (Stephan Trautner und Bradley Fix), Judith Michael (Universitätslehrerverband) Tilman Reuther (Gewerkschaft öffentlicher Dienst) Moderation: Utta Isop
„Demokratie im (globalen) Betrieb stärken! Diskussion“
Samstag, 10.12.16, 10:00 Z.-109
Die mangelnde Demokratisierung von Betrieben und Institutionen wird immer wieder in sozialen Bewegungen wie der der Solidarischen Ökonomie oder von Seiten der Gewerkschaften thematisiert. Wie können aber Gesellschaften, die sich nicht um alltägliche demokratische Beziehungen und Organisationsstrukturen in Betrieben und Institutionen bemühen, auf Dauer demokratisch sein? Hierarchien und systematische Abwertungen von Menschengruppen zerstören den sozialen Zusammenhalt, indem im Alltag keine demokratischen und egalitären Beziehungen gelebt werden. Können die Traditionen selbstverwalteter Betriebe und solidarischer Ökonomien, die sich in Süd- und Lateinamerika finden oder auch genossenschaftliche Traditionen in Europa dazu beitragen, Betriebe und Institutionen zu demokratisieren? Welche Praktiken und Organisationsstrukturen in Betrieben können zur Demokratisierung beitragen?

Es diskutieren Margit Appel (Katholische Sozialakademie), angefragt: City Plaza Hotel Athen (Selbstverwalteter Betrieb), Barbara Eder, Friederike Habermann, Heide Hammer (Lehrende der LV 210.020 „Demokratisches Begehren“), angefragt: Verena Franco-Mischitz (Jugendsekretärin GPA) Heinz Pichler (Bildungsreferent Arbeiterkammer), Oliver Pirker (Student und Putzmann an der AAU) Moderation: Utta Isop
Eine Veranstaltung der LV 210.020 „Demokratisches Begehren: Jacques Rancière im Kontext intersektionaler Geschlechterforschung“, des ÖIE-Kärnten/ Bündnis für eine Welt, des Referats für Gesellschaftspolitik, Ökologie und Menschenrechte der ÖH Klagenfurt/ Celovec

07/12/2016 at 07:56 Hinterlasse einen Kommentar

Einladung zur nächsten Sitzung, 16.11.2016

Die nächste Sitzung der IG LektorInnen und WissensarbeiterInnen findet am Mittwoch, 16. November 2016 um 18 Uhr statt.

Ort: Institut für Kultur- und Sozialanthropologie
NIG, 4. Stock, Sitzungszimmer
Universitätsstraße 7, 1010 Wien

14/11/2016 at 08:38 Hinterlasse einen Kommentar

Massenhaft Fehler in Zitationsindizes

IG LektorInnen-Mitglied Terje Tüür-Fröhlich hat sich in ihrer Dissertation intensiv mit den berüchtigten Zitationsindizes auseinandergesetzt und belegt darin deren systematische Fehleranfälligkeit. Spätestens nach Lektüre dieser Arbeit bzw. zumindest der Zusammenfassung sollte auch den zahlengläubigsten WissenschaftspolitikerInnen und UniversitätsmanagerInnen klar sein, dass Zitationsindizes keine Basis von Entscheidungen sein dürfen.

Tüür-Fröhlich, Terje: The Non-trivial Effects of Trivial Errors in Scientific Communication and Evaluation. (Schriften zur Informationswissenschaft; 69). Glückstadt: Verlag Werner Hülsbusch, 2016. ISBN 978-3-86488-104-6, Verlags-Info: http://www.vwh-verlag.de/vwh/?p=1088

Kurztext:

„Thomson Reuters’ citation indexes i.e. SCI, SSCI and AHCI are said to be ‚authoritative‘. Due to the huge influence of these databases on global academic evaluation of productivity and impact, Terje Tüür-Fröhlich decided to conduct case studies on the data quality of Social Sciences Citation Index (SSCI) records.

Tüür-Fröhlich investigated articles from social science and law. The main findings: SSCI records contain tremendous amounts of ‚trivial errors‘, not only misspellings and typos as previously mentioned in bibliometrics and scientometrics literature. But Tüür-Fröhlich’s research documented fatal errors which have not been mentioned in the scientometrics literature yet at all. Tüür-Fröhlich found more than 80 fatal mutations and mutilations of Pierre Bourdieu (e.g. ‚Atkinson‘ or ‚Pierre, B. and ‚Pierri, B.‘). SSCI even generated zombie references (phantom authors and works) by data fields’ confusion — a deadly sin for a database producer — as fragments of Patent Laws were indexed as fictional author surnames/initials. Additionally, horrific OCR-errors (e.g. ’nuxure‘ instead of ‚Nature‘ as journal title) were identified.

Tüür-Fröhlich’s extensive quantitative case study of an article of the Harvard Law Review resulted in a devastating finding: only 1% of all correct references from the original article were indexed by SSCI without any mistake or error. Many scientific communication experts and database providers‘ believe that errors in databanks are of less importance: There are many errors, yes — but they would counterbalance each other, errors would not result in citation losses and would not bear any effect on retrieval and evaluation outcomes. Terje Tüür-Fröhlich claims the contrary: errors and inconsistencies are not evenly distributed but linked with languages biases and publication cultures.“

13/10/2016 at 07:33 Hinterlasse einen Kommentar

Katja Kullmanns Überlegungen zur Prekarität

Für die aktuelle Ausgabe von Kritisch-Lesen.de hat Katja Kullmann eine lesenswerte Rezension von Didier Eribons Buch „Rückkehr nach Reims“ verfasst, die interessante Überlegungen zu den verschiedenen Ausprägungen von Prekarität enthält; die Nähe vom journalistischen zum wissenschaftlichen Prekariat liegt auf der Hand. Die abschließenden Passagen daraus lauten:

Eine spezifische heutige Dialektik wird bei Eribon indes kaum erwähnt – aber sie könnte der Anknüpfungspunkt sein, von dem aus linke Kräfte weiterdenken sollten. Die Dialektik besteht darin, dass viele derjenigen, die heute reich an Bildung und Benehmen sind, ökonomisch oft so schlecht dastehen wie ihre proletarischen Zeitgenoss_innen. Die Stichworte lauten etwa „Selbstausbeutung“,, „Honorardumping“, „Kreativwirtschaft“ und „Wissenschafts-Misere“. Ein Hilfsarbeiter, der keinen anerkannten Schulabschluss hat, aber eine Festanstellung in einem Warenlager, erzielt mitunter ein höheres Jahreseinkommen und ist auch in Sachen Rente und Gesundheit vielleicht besser abgesichert als ein „freelancender“, „aufstockender“ oder sonst wie wechselhaft beschäftigter freier Journalist mit Doktortitel, der sich von 80-Euro-Auftrag zu 80-Euro-Auftrag hangelt. Beide mögen letztlich gleich viel (oder gleich wenig) Geld zur Verfügung haben. Was sie unterscheidet: Der eine hat Möglichkeiten, über den anderen zu schreiben – sich quasi über ihn zu erheben. Und er kann sich seine eigene Existenz schön reden und etwaige eigene Kränkungen in ästhetische Formen gießen, in ein Buch oder wenigstens ein »geliktes« Instagram-Tagebuch: (…)

Eindringlicher als Eribon hat es lange schon niemand mehr aufgezeigt: Die Verteilungskämpfe der Gegenwart und nahen Zukunft werden sich verstärkt auf dem Bourdieuschen „weichen“ Kapitalmarkt abspielen. Bildung, in jedweder Hinsicht, ist das entscheidende Instrument für Selbstermächtigung.

Wenn man an diesem Punkt weiterdenkt, wird klar, dass den aufgestiegenen Bildungsgewinner_innen eine Schlüsselposition zukommt. Um etwa Kampfschriften zu formulieren, Kongresse oder Demonstrationen zu organisieren, eine mobilisierte Öffentlichkeit herzustellen, muss man sich ausdrücken können und wissen, wie Aufmerksamkeit funktioniert. Die aufgestiegenen Besserwisser verfügen über die Mittel, die nötig sind, um den einstweilen „Abgehängten“ mehr Gehör und Einfluss zu verschaffen. Um den Kontakt, den Austausch, zwischen beiden zu verbessern, sollten die Bildungsgewinner vielleicht ihre Sprache ändern, ihr Vokabular updaten. Ein durchlässiges, demokratisches, vermittelndes Sprechen ist jetzt gefragt. Eine Hybridsprache vielleicht, die sich irgendwo zwischen dem hochtrabenden Theorie-Ton der Universitäten und Leitartikel und dem bodennahen Bushaltestellenduktus bewegt.

Schauen wir noch einmal zum ungelernten Lagerarbeiter und zum freien Journalisten mit Doktortitel: Beide haben viel mehr gemeinsam, als es auf den ersten Blick erscheint. So, wie die physische Kraft des Lagerarbeiters auf dem Arbeitsmarkt nur noch wenig zählt, so kann auch ein akademischer Grad längst gnadenlos entwertet sein. In beiden Fällen wird das Geld am Ende des Monats knapp. Dennoch ist der Journalist – nach Bourdieu gerechnet, von Eribon nacherlebt – der Reichere, der Stärkere von beiden. Wenn er sich dazu durchringen könnte, seiner eigenen fortschreitenden Prekarisierung und Marginalisierung ins Auge zu blicken, würden ihm vielleicht neue Wege einfallen, wie er doch noch mit dem Kollegen im Warenlager ins Gespräch kommt. Um gemeinsam die Schlagkraft zu erhöhen, ganz einfach.

04/10/2016 at 14:00 Hinterlasse einen Kommentar

Einladung zur nächsten Sitzung, 3.10.2016

Die nächste Sitzung der IG LektorInnen und WissensarbeiterInnen findet am Montag, 3. Oktober 2016 um 18 Uhr statt.

Ort: Institut für Kultur- und Sozialanthropologie
NIG, 4. Stock, Sitzungszimmer
Universitätsstraße 7, 1010 Wien

 

27/09/2016 at 14:29 Hinterlasse einen Kommentar

Einladung zur nächsten Sitzung, 12.9.2016

Die nächste Sitzung der IG LektorInnen und WissensarbeiterInnen findet am Montag, 12. September 2016 um 18 Uhr statt.

Ort: Institut für Kultur- und Sozialanthropologie
NIG, 4. Stock, Sitzungszimmer
Universitätsstraße 7, 1010 Wien

23/08/2016 at 11:47 Hinterlasse einen Kommentar

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